Ein Vortrag über die Vermeidung und Behandlung von Gefäßkrankheiten stand im Mittelpunkt des traditionellen „CDU-Info-Nachmittags“ im Josefshaus. Der anerkannte Gefäßspezialist Dr. med. Holger Lawall von der Max Grundig Klinik Bühlerhöhe erwies sich als „Zugpferd“, denn die Veranstaltung war zur Freude des Stadtverbandes sehr gut besucht.

„Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße“, stellte Lawall in seinem Vortrag fest. Rund die Hälfte der Todesfälle in Deutschland beruhe auf Durchblutungsstörungen. Ein Viertel der Bevölkerung habe Verkalkungen in den Beinen, ohne Beschwerden zu haben, was durch Bewegungsmangel entstehe. Bei Schmerzen oder Ruheschmerzen zum Beispiel an den Füßen sollten die Betroffenen einen Arzt aufsuchen. Erfolgt dies zu spät, bestünden oft schon Gewebeschäden mit der Folge einer Amputation. „Jedes Jahr werden in Deutschland 60.000 Fußzehen amputiert. Rund 20.000 hohe Amputationen sind ebenfalls Folge von Gefäßerkrankungen“, sagte Lawall.

Zu den größten Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen gehören das Rauchen, hoher Blutdruck, Übergewicht, hohe Cholesterinwerte, die Zuckerkrankheit, Bewegungsmangel und Stress. Lawall sprach von einem „schleichenden Krankheitsprozess, der mit dem Alter zunimmt“. Oft führe die Erkrankung zu Thrombosen, die in der Folge zu Lungenembolien oder Schlaganfällen führen können. Mit drei Bewegungseinheiten in der Woche könne das Risiko deutlich reduziert werden. „Der Herrgott hat uns zwei Beine gegeben zum Laufen, nicht zum Sitzen“, appellierte Lawall an alle Besucher, mehr Bewegung in ihren Alltag einzubauen.
Wenn Gefäßkrankheiten festgestellt werden, können Medikamente den Patienten dabei unterstützen, das Leben zu verlängern. Ebenso können erkannte Gefäßverschlüsse mit sogenannten „Stents“ operativ behoben werden. Gefäßerkrankungen seien bedrohlich, da sie nach dem Herzinfarkt an erster Stelle zu den beiden weiteren „Top-Todesursachen“ Schlaganfall und Thrombose mit Lungenembolie an zweiter und dritter Position führen. „In Deutschland sterben mehr Menschen durch Thrombose als durch Verkehrsunfälle“, stellte Lawall fest. „Fast alles, was mit Bewegung zu tun hat, ist für ihre Beine gut“, ermunterte Lawall die Zuhörer, sich regelmäßig zu bewegen.

Im herbstlich dekorierten Josefshaus ging es bei Kaffee und Kuchen auch um kommunalpolitische Themen. Bürgermeister Joachim Locher berichtete darüber, dass die bevorstehende Umstellung auf die kommunale Doppik viel Arbeit für die Stadtverwaltung bedeute. Die Stadt Waibstadt habe die konjunkturell gute Lage der letzten Jahre ausgenutzt und viel Geld in die Verbesserung der Infrastruktur investiert. Er bat um Verständnis bei der Bevölkerung für die notwendigen Bauarbeiten, damit im Laufe des kommenden Jahres im Zuge des Breitbandausbaus Glasfaser in alle Haushalte gelegt werden kann.

Kreisrat Hans-Wolfgang Riedel berichtete darüber, dass die Themen Mobilität, schnelles Internet, der Erhalt der Gesundheitseinrichtungen im ländlichen Raum und der Umweltschutz den Kreistag aktuell beschäftigen. Mittlerweile würden die Sozialausgaben 60 % des Haushaltsvolumens beim Landkreis ausmachen.

CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christiane Löffler hatte alle Besucher im Josefshaus begrüßt. Stadtrat Gerhard Rieser, der den hochrangigen Referenten Dr. Lawall für den Vortrag in Waibstadt gewinnen konnte, dankte diesem für sein Kommen.

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