Viele Besucher informierten sich beim Info-Nachmittag über verschiedene Methoden des Trickbetrugs

21. Oktober 2018

Einen informativen und unterhaltsamen Nachmittag erlebten die zahlreich erschienenen Senioren beim interaktiven Theater über verschiedene Methoden des Trickbetrugs im Waibstadter Josefshaus. Die Stadtverwaltung, die Sparkasse Kraichgau Stiftung, der CDU-Stadtverband und die Kolpingfamilie hatten unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Joachim Locher alle Interessierten eingeladen und bewirteten die Gäste mit Kaffee und Kuchen.

Warum fällt man so leicht auf die Maschen der Trickbetrüger herein? Wie genau funktionieren ihre Tricks? Die beiden Schauspielerinnen Yasmin Röckel und Ramona Karst zeigten mit dem interaktiven Theaterstück „Hallo Oma, ich brauch Geld!“ nach und nach auf unterhaltsame Weise die Methoden der Betrüger auf. Die Zuschauer, die in die einzelnen Szenen eingebunden wurden, waren überrascht, wie schnell man um sein Erspartes gebracht werden kann. Sie erfuhren, dass rund 20 % der Einwohner des Rhein-Neckar-Kreises über 60 Jahre alt sind und somit die Zielgruppe der Trickbetrüger darstellen.

Aus den dargebotenen Szenen konnten die Beobachter erkennen, dass die Betrüger ihre Opfer oft aus dem Telefonbuch auswählen, anrufen und unter immensen Druck setzen. Oft geben sie vor, zur Familie zu gehören und sich in einer Notlage zu befinden. Im Laufe des Telefonats bitten sie um finanzielle Unterstützung. Dabei erfragen sie während des Telefonats Namen, Vermögensverhältnisse oder die genaue Anschrift der Opfer. Die Besucher lernen, dass es am besten ist, unhöflich das Gespräch zu beenden und einfach aufzulegen. Zudem sollte nach einem solchen verdächtigen Anruf immer die Polizei verständigt werden, auch wenn kein Schaden eingetreten ist. „Wir haben hier in der näheren Umgebung regelmäßig mit diesem Problem zu tun. Die Anrufer übernehmen die Kontrolle über die Opfer, die unter dem starken Druck hohe Geldbeträge bei Ihrer Bank abheben, um sie den Tätern zu übergeben“, erklärte Frau Venrohr vom Polizeirevier Sinsheim.

Im weiteren Verlauf lernten die Zuschauer, dass man erst die Terrassentür verschließen sollte, bevor man nach dem Klingeln die Haustüre öffnet. Während man an der Haustüre in ein Gespräch verwickelt wird, räumt eine Komplizin im Rücken die Wohnung aus. Wenn unbekannte Handwerker innerhalb der Wohnung tätig sind, sollte man sie besser nicht außer Acht lassen. Hat man sich aus der Wohnung ausgesperrt und benötigt einen Schlüsseldienst, sollte man besser nicht den erstbesten Anbieter aus dem Internet oder dem Telefonbuch beauftragen, sondern idealerweise einen persönlich bekannten Handwerker aus dem Ort. Wer vorsorgen möchte, kann beim Nachbarn oder Verwandten einen Ersatzschlüssel für solche Fälle hinterlegen. Keinesfalls sollte man einen Ersatzschlüssel im Garten unter einem Stein oder unter der Fußmatte vor der Haustüre deponieren, weil diese Verstecke allen Einbrechern bestens bekannt sind.

Generell sollte man bei Fremden ein gesundes Misstrauen an den Tag legen. Wird man unter Druck gesetzt, sollte man umgehend telefonisch die Polizei verständigen oder Bekannte anrufen, um Unterstützung zu erhalten. Auch bei unverhofften großen Gewinnen darf man den gesunden Menschenverstand walten lassen. Peter Walz von der Sparkasse Kraichgau wies darauf hin, dass die Mitarbeiter regelmäßig geschult werden, um den Kunden helfen zu können. „Leider kommt es mittlerweile täglich vor. Wenn ein Bankmitarbeiter Sie am Schalter zu ihrem Schutz fragt, warum Sie plötzlich einen hohen Betrag abheben möchten, seien Sie ehrlich. Nur dann können unsere Mitarbeiter die Notlage erkennen und einen Schaden verhindern“, sagte Walz und ergänzte, dass „ein Bankangestellter niemals nach Ihrer PIN fragen würde“.

„Wir danken der Sparkasse Kraichgau Stiftung, dass sie die Aufführung dieses Theaterstückes finanziert hat“, sagte Bürgermeister Locher. „Die Zusammenarbeit mit dem CDU-Stadtverband und der Kolpingfamilie war gut und typisch für Waibstadt, alles hilft zusammen“, ergänzte Willi Ernst von der Sparkasse Kraichgau.

Fotos und Text: Christian Laier